Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben.“
Wer schreibt, lässt sich in die Seele blicken, macht sich angreifbar, ist verwundbar. Wer den Mut hat, sich der eigenen Verletzlichkeit zu stellen und sich der Kritik stellt, wächst über sich hinaus.
In Millas Blick habe ich meiner Hündin eine Stimme gegeben, fünf Jahre nach ihrem Tod. Fünf Jahre, in denen ich sie jeden Tag so schmerzhaft vermisste, dass ich nicht über sie sprechen konnte, ohne zu weinen. Um die Trauer zu verarbeiten, schrieb ich zunächst einen Blog. Die Resonanz war durchweg positiv und so groß, dass es mich überrascht hat. Es gab unzählige Menschen, die Millas Geschichte gerne als Buch lesen wollten. Ich wollte mich nicht der Gefahr aussetzen, dass ein Verlag das Manuskript ablehnen würde. Also habe ich den sichereren Weg gewählt und ein Self-Publishing-Projekt daraus gemacht. Mein bislang erster und einziger Versuch, mein Produkt zu vermarkten war geschäftlich gesehen kein Erfolg. Die Lesungen daraus waren es dafür umso mehr. Und ohne zu wissen, wie oft sich das Buch seit Erscheinen verkauft hat, macht es mich stolz. Und der Schmerz über Millas Tod ist längst einer leisen Wehmut gewichen.