Wie alles begann…
Desillusioniert mit Mitte Dreißig. Gelangweilt vom gut bezahlten Job als Zeitungsredakteurin in der Hauptstadt. Zufall. Glück. Was auch immer es war, es erweiterte meinen Horizont und ich fand eine Berufung, nach der ich nicht gesucht hatte.
Einführung ins Drehbuchschreiben war der Titel eines Seminars bei der Hamburger Filmschule. Ich buchte, staunte und der Dozent, Eckehard Theophil, erkannte meine Liebe zum Schreiben und für Geschichten. Er drängte mich zu einer Bewerbung für die Ausbildung zur Drehbuchautorin. Mit weiteren 145 mehr oder weniger jungen Menschen bewarb ich mich – und wurde als eine von 12 genommen.
Ein Jahr später dann die Präsentation des eigenen Drehbuchs vor Fachpublikum. Fünf Minuten Zeit, um Agenten, Produzenten, Redakteure von sich und dem eigenen Stoff zu überzeugen. Viele von denen, die damals im Publikum saßen, habe ich über die Jahre immer wieder getroffen. Nur eine hat sich damals für meinen Stoff interessiert – und ihn dann höflich abgelehnt. Was nicht mal schmerzhaft war – hatte ich doch aufgrund einer reichlich unverschämten Bewerbung an die Grundy Ufa eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen.
Früh um 6 Uhr fuhr ich nach Potsdam, ohne zu wissen, was eine Telenovela ist. Den Job habe ich trotzdem bekommen. Erneut war da jemand, der an mich und mein Talent glaubte – Chefautor Rasi Levinas. Er stellte sein Autorenteam aus Anfängern und Profis zusammen und gemeinsam schufen wir „Bianca – Wege zum Glück“. Zunächst entsetzt vom Titel und dem Look, liebe ich dieses Stück Fernsehgeschichte, das dem ZDF unglaubliche Quoten von durchschnittlich um die 20% bescherte.
Die Zeit im Storydepartment war und bleibt die intensivste, aufregendste und schönste meines bisherigen Autorinnenlebens. Nicht nur, weil ich als die Romantikerin u.a. alle Hochzeiten schreiben durfte.
Nach 224 Kapiteln fiel zwar die letzte Klappe. Heirateten Bianca Berger (Tanja Wedhorn) und ihre große Liebe Oliver Wellinghof (Patrick Fichte) unter blauem Himmel. Aber diese Ende war erst der Anfang. Vor allem für mich als Drehbuchautorin.
Hier gibt es die von mir geschrieben Abschiedsfolge der Wege zum Glück.

Für die Freunde des geschriebenen Wortes aus der Sicht von Milla, die u.a. in Kapitel 12 und 14 von ihrer Erlebnissen am Set von Bianca erzählt.